Mannoproteine sind
Verbindungen zwischen Eiweißen u. Polysacchariden u. ein natürlicher
Bestandteil der Hefezellwand.
Durch ein Feinhefelager („sur
lie“) kommt es zu einer Steigerung des Mundgefühls (mouthfeeling), der Fülle,
der Komplexität u. der Harmonie. Der Alkohol wird besser eingebunden u. die
Weine werden, auch durch die Zunahme des Aromas, sensorisch verändert.
Die Polysaccharidabgabe von
der Hefe an den Wein ist Temperaturabhängig. Je höher die Temperatur, desto
schneller verläuft die Reaktion.
Extraktion von
Mannoproteinen bei Weißwein (=Bátonage)
1.
Auswahl einer
Gärhefe mit höherer Polysaccharid-Produktion (z.B. Lalvin CY3079) →
gezielte Feinhefelagerung in Verbindung mit einem glucanspaltendem Enzym (z.B.
Panzym Fino od. Lallzyme MMX) → billigeres Verfahren
Oder
2.
Abstich nach der
Gärung → Dosage einer Bátonage-Hefe (z.B. 100 g/hl Lalvin IC VD 254)
→ teureres Verfahren
Bei beiden Verfahren muss die
Hefe 2 – 3-mal die Woche langsam u. schonend aufgerührt werden. Dauer der
Maßnahme mind. 4 – 6 Wochen (ca. 2 Monate bei 18 °C). Regelmäßige sensorische Kontrolle!
Dieses intensive Arbeiten mit
der Hefe ist mehr für „neutralere“ Rebsorten wie Silvaner u. die
Burgunderfamilie geeignet. Fruchtbetonte Sorten können unter dem Hefeeinfluss
schnell an feinfruchtiger Aromatik
verlieren.
Extraktion von
Mannoproteinen bei Rotwein
Zugabe eines glucanspaltendem
Enzyms nach der alkoholischen Gärung. Temperatur bevorzugt über 17 °C halten.
Dauer der Behandlung 2 – 6 Wochen.
Durch den daraus resultierenden
höheren Polysaccharidgehalt läuft der BSA viel schneller ab, da die
Polysaccharide eine Nährquelle für Milchsäurebakterien sind.
Bei Rotwein wird die Farbe
besser stabilisiert.